Naturschutzgebiet „I Giganti della Sila“

Giganti della Sila

Naturschutzgebiet

Giganti della Sila - Regione Calabria

Majestätische und eindrucksvolle Hüter einer jahrtausendealten Geschichte. Es sind die Giganten der „Riserva Biogenetica Naturale di Fallistro“, ein außergewöhnlicher Ort im Nationalpark Sila, in dem die Natur unberührt und die Luft von besonderer Reinheit ist.

Diese über hundert Jahre alten Laricio-Kiefern werden aufgrund ihrer imposanten Größe als „Giganten“ bezeichnet: insgesamt 58 mächtige Bäume – vier davon liegen am Boden –, die so gewachsen sind, dass ihre Stämme eine perfekte natürliche Säulenhalle bilden. Es ist eine beeindruckende Begegnung, sie von unten zu betrachten: Sie ragen bis zu 45 Meter in die Höhe und erreichen einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern. Der uralte Wald der geschützten „Riserva Biogenetica Naturale“ steht unter dem Schutz des FAI – Fondo Ambiente Italiano, der den Besucherzutritt sowie die Führungen organisiert.

Die besonderen Merkmale dieser Reserve machen sie zu einem wertvollen Zeugnis des enormen Naturreichtums der Hochebene der Sila, wo einst Laricio-Kiefern weit verbreitet waren. Heute hingegen sind die „Giganti di Fallistro“, mit ihren rund 350 Lebensjahren, einzigartige Exemplare in Europa. Die Geschichte dieses jahrhundertealten Waldes reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die Barone Mollo, Eigentümer des nahen gelegenen Landsitzes, Laricio-Kiefern und Bergahorne pflanzten. Über Jahrhunderte hinweg wurde aus den Stämmen ein leicht entzündliches Harz gewonnen, das stark nachgefragt war. Diese Ausnutzung gefährdete jedoch die Gesundheit der Bäume, sodass schließlich die Regierung von Neapel eingreifen musste, um die Abholzung zu begrenzen. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurden die Flächen enteignet und später in dem staatlichen Forstbesitz (ehemalige Azienda di Stato per le Foreste Demaniali) eingegliedert, der gemeinsam mit der Familie Mollo die Einrichtung des heutigen Naturschutzgebiets zur Erforschung und zum Schutz dieses historisch-natürlichen Erbes förderte.

Ein Spaziergang im Angesicht dieser stillen Giganten ist ein zutiefst bewegendes Erlebnis: Man spürt die Sakralität eines Ortes, der von gedämpfter Stille umhüllt ist und nur von den Geräuschen des lebendigen Waldes durchbrochen wird. Die mächtigen, jahrhundertealten Laricio-Kiefern beherbergen für zahlreiche Vogelarten wie Mäusebussard, Turmfalke, Bunt-, Schwarz- und Grünspecht. Beim Wandern durch die Reserve können Sie zudem dem kalabrischen schwarzen Eichhörnchen und dem Apennin-Fuchs begegnen. 

Das Naturschutzgebiet liegt auf etwa 1.400 Metern Höhe, rund fünf Kilometer von Camigliatello Silano entfernt. Der Eintritt ist für FAI-Mitglieder kostenlos, für alle anderen Besucher beträgt er 6 Euro (Ermäßigungen für Kinder, Studierende und Familien). Der Besuch dauert etwa eine Stunde und führt über einen festgelegten Wanderweg, der es ermöglicht, die ganze Majestät der 58 Laricio-Kiefern – darunter vier umgestürzte Exemplare – zu bewundern. Der Eintritt ist von Dienstag bis Sonntag ab 10 Uhr, von April bis November, möglich.

Der Weg ist von einem Geländer begleitet, das eine sichere Beobachtung aller Giganten erlaubt und dazu einlädt, Farben und Klänge des Waldes zu genießen. Die Giganten sind durch Schilder und Plaketten gekennzeichnet, die Höhe und Stammdurchmesser angeben. Zum Rundgang gehören auch die umgestürzten Bäume, über die kleine Stege führen, um das Weitergehen der Wanderung zu ermöglichen.


Lago Cecita, Spezzano dela Sila

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Letztes Update: 5. Mär 2026 08:50